NEUSEELAND – AM ANDEREN ENDE DER WELT 

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Im glatten Wasser der Mirror Lakes spiegelt sich die Bergkette des Fiordland im Hintergrund.

A warm

Welcome in

Down

under.

36 Stunden Reisezeit und davon 24 Stunden reine Flugzeit. Nach jedem Zwischenstopp eine erneute Sicherheitsunterweisung und immer wieder die Frage der Flugbegleiter: „Beef oder Pasta?“ Unterwegs riesige Flughäfen, grelle Duty-free-Shops, geduldiges Warten an der Sicherheitskontrolle. Und dann sind wir endlich da.

Mietwagenübernahme in Christchurch und nichts wie rein in den Linksverkehr rund um den Flughafen. Das aufmerksame Driver Monitoring System hat sofort erkannt – der Fahrer ist mitten im Jetlag: „Drowsiness detected“. Kein Wunder, nach diesem Reisemarathon.

Ausgeschlafen geht es am nächsten Tag los auf eine spektakuläre Fahrt durch Aotearoa – das Land der langen weißen Wolke. So nennen die Māori ihr Land. Und in den nächsten vier Wochen kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Während die Südinsel mit grandiosen Berg- und Gletscherlandschaften, tiefen Fjorden und einer sattgrünen Regenwaldküste überrascht, dampft und brodelt es auf der Nordinsel aus der Erde, als hätte jemand die Landschaft an einen gigantischen Wasserkocher angeschlossen.

Wunderschöne Inspirationen für eine Neuseelandreise gibt es in unseren Galerien:  

Doch Neuseeland wartet nicht nur mit den bekannten touristischen Reise-Highlights auf, sondern mit so mancher Besonderheiten, die man am Rande mit Erstaunen oder einem Augenzwingern wahrnimmt. Hier eine kleine Auswahl …

Get Used

to the

KIWI

ENGLISH.


Wer glaubt, mit seinem deutschen Schulenglisch bestens vorbereitet zu sein für einen Trip Down Under, der hat sich gründlich geirrt. Wir treffen auf eine Sprache, die auf den ersten Blick verdächtig nach Englisch aussieht, sich beim Hören aber als völlig eigenständige Disziplin entpuppt. Wörter werden verschluckt, Vokale bekommen ein Eigenleben und ganze Sätze klingen, als wären sie aus einer anderen Welt. Schon die häufig gestellte Frage nach dem: „How is it going?“ überrumpelt uns im Kiwi-Englisch mit: „Owsidgown?“ Aber: Alles eine Frage der Gewöhnung! Nach ein paar Mal „Sorry – what was that?“ wird so manches klarer.

When

Signposts

are longer

than the

Road.


Autofahren ist in Neuseeland – abgesehen von der kleinen Herausforderung des Linksverkehrs – eine ziemlich entspannte Angelegenheit. Die Straßen sind gut und rücksichtsvolles Fahren ist selbstverständlich. Etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern die zahlreichen einspurigen Brücken. Aus der gemütlichen Fahrt durch die Landschaft wird schnell ein kleines Strategiespiel: Wer darf hier wohl zuerst? Da heißt es aufgepasst, denn ein Zurückfahren kann länger sein …


Viel zu tun gibt es für den Beifahrer. Schließlich müssen die unaussprechlichen Ortsnamen auch ins Navi. Den Guinness-Weltrekord für den längsten amtlichen Ortsnamen hält ein Hügel auf der Nordinsel: „Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu“. Der Name stammt aus der Sprache der Māori und bedeutet sinngemäß: „Der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der den Berg hinabrutschte, emporkletterte und schluckte, der als Weltenwanderer bekannt war, seine Nasenflöte für seine Geliebte spielte.“  Na, da ist doch in 85 Buchstaben alles gesagt.

Queenstown

The home

of ultimate

Thrill.


Es gibt viele schöne Orte auf der Insel, aber Queenstown ist schon speziell. Hat man hier gedacht, eine spektakuläre Bergkulisse und ein wunderschöner See sind nicht ausreichend als Touristenmagnet? Während man anderswo gemütlich am See entlang spaziert und die Aussicht genießt, scheint hier die Devise zu lauten: Warum chillen, wenn der ultimative Thrill nicht weit entfernt ist.


So hat man in der „Adventure Capital of the World“ die Qual der Wahl: Aus einem Flugzeug stürzen und mit rund 200 km/h der Erde entgegensausen, mit einem Jetboat durch enge Schluchten und Stromschnellen schießen oder sich beim 135 Meter hohen Nevis Bungee kopfüber in die Tiefe fallen lassen. 

Wir genießen stattdessen lieber die lässige Atmosphäre an der Lakefront in Queenstown und entscheiden uns dann für eine Fahrt entlang der wunderschönen Uferstraße über Glenorchy bis Kinloch. Unser einziges Abenteuer ist an diesem Tag ein Abendspaziergang am Lake Wakatipu mit kleiner Fotosession – so geht es auch.

A very

special

animal

community.


Wer durch Neuseeland reist, merkt es schnell: Die tierischen Mitbewohner sind hier zahlenmäßig deutlich überlegen – allen voran die Schafe: Auf jeden Einwohner kommen ungefähr fünf davon. Und wer hätte das gedacht: Schafscheren gilt in Neuseeland als offiziell anerkannter Sport. Ein erfahrener Schafscherer schafft mehr als 60 Schafe in einer Stunde. Ganz schön schnell, oder? Dabei müssen die Tiere trotzdem gut behandelt werden, denn die Gesundheit der Schafe steht an erster Stelle.

Lange Zeit war Neuseeland frei von Landraubtieren, weshalb sich die Vögel hier Dinge erlaubt haben, die anderswo undenkbar wären. Der berühmteste Vertreter ist wohl der Kiwi: Er trägt ein flauschiges Federkleid, kann schlecht sehen und ist flugunfähig. Mit seinen starken, schnellen Beinen rückt er im Schutz der Nacht aus, um Insekten mit seinem langen Schnabel aufzustöbern. Zu Gesicht bekommt man ihn in freier Wildbahn kaum. Dazu kommen der kecke Kea, ein Bergpapagei mit erstaunlichem Talent für Blödsinn sowie Pinguine und Robben – und das Beruhigende: Nichts ist giftig oder gefährlich. 

Gefahr besteht aber für einige unerwünschte WG-Bewohner. Eines der wohl ehrgeizigsten Projekte Neuseelands heißt „Predator Free 2050“: Bis zum Jahr 2050 möchte man die wichtigsten eingeschleppten Räuber wie Possums, Marder, Ratten und verwilderte Katzen aus dem Land verbannen, damit die heimische Tierwelt wieder ungestört leben kann.
Was bei uns nach einem völlig unrealistischen Vorhaben klingt, wird in Neuseeland tatsächlich mit zahlreichen Fallen und viel Engagement verfolgt. Jedoch ist die Bevölkerung gespalten und es gibt auch ethische und ökologische Einwände gegen dieses Großprojekt.

Der Sky Tower in Auckland ist ein 328 Meter hoher Fernsehturm. Er war von 1996 bis 2022 das höchste freistehende Bauwerk auf der Südhalbkugel. Besucher können auf einer Plattform in 182 Metern Höhe den Glasboden nutzen oder den SkyWalk und SkyJump wagen.

a land

where

everything is

extra-

ordinary.


Durch seine außergewöhnliche Lage mitten im Pazifik hat Neuseeland geografisch so manche Kuriosität zu bieten. Das höchste Gebäude Neuseelands ist der Skytower in Auckland. Der Turm beherbergt den größten UKW-Koppler der Welt und ermöglicht so die gleichzeitige Ausstrahlung vieler unabhängiger Radiosender mit nur einer Antenne.

Weiter geht es mit Wellington, der südlichsten Hauptstadt der Welt. Und als hätte das alleine noch nicht gereicht, pfeift durch die Cook Strait zwischen Nord- und Südinsel auch noch ordentlich der Wind. Somit zählt Wellington auch zu den windigsten Städten weltweit.

An der Ostküste geht die Sonne besonders früh auf, und beim Jahreswechsel gehört Neuseeland zu den ersten Ländern der Welt, die das neue Jahr begrüßen.

Und in einer ganz anderen Sache kann Neuseeland auch ordentlich punkten: Im Global Peace Index gehört das Land regelmäßig zu den friedlichsten und sichersten Staaten der Welt – meist dicht hinter Island. Da macht das Reisen Spaß.

Where

Serenity

meets

Pionieers.


Die Neuseeländer sind bekannt für ihre freundliche, unkomplizierte Art und eine bemerkenswerte Gelassenheit. Dabei steckt hinter der entspannten Fassade durchaus eine gehörige Portion Pioniergeist. Einer der berühmtesten Neuseeländer ist Sir Edmund Hillary, der 1953 gemeinsam mit Tenzing Norgay als erster Mensch nachweislich den Mount Everest erreichte. 

Ein wichtiger Teil der neuseeländischen Gesellschaft ist die Kultur der Māori, der indigenen Bevölkerung des Landes. Ihre Traditionen und ihre enge Verbundenheit mit Land, Familie und Gemeinschaft prägen bis heute die neuseeländische Identität. Das zeigt sich unter anderem in der Sprache Te reo Māori, die wieder selbstverständlicher Bestandteil des öffentlichen Lebens ist. 

Und wenn die Kiwis heute nicht gerade Geschichte schreiben oder dem nächsten Abenteuer hinterherjagen, zieht es sie nach draußen: zum Wandern, Surfen und Snowboarden oder auf eine außergewöhnliche Angeltour mit anschließendem Barbecue.

Während unseres vierwöchigen Roadtrips durften wir herzliche Menschen kennenlernen und traumhafte Landschaften durchqueren. Und wir lernen: Am anderen Ende der Welt darf man sich über so manche Kuriosität nicht wundern. Auch wenn 36 Stunden eine lange Anreise sind – dieses kleine Abenteuer war jeden Kilometer wert und ruft nach Fortsetzung, wann auch immer …